Geschichte von Attendorn

St. Johannes Baptist Die Kirche St. Johannes Baptist war schon im Mittelalter Pilgerstätte
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Attendorn im Süden des Sauerlandes ist nicht nur ein modernes Städtchen, sondern auch ein Ort mit imposanter Geschichte, was die vielen gut erhaltenen Bauten nicht zuletzt beweisen. Die exzellente Lage in einem fruchtbaren Tal zog schon in grauer Vorzeit Menschen nach Attendorn.


Eine erste, nachweisliche Besiedlung erfolgte jedoch erst im Mittelalter. Aufgrund der Kreuzung zweier, der „Heidenstraße“, einer Heer- und Handelsstraße die Leipzig mit Köln verband und der „Königsstraße", auch Via Regia genannt, welche sich als Reichsstraße durch das ganze Land zog war der Standort gerade aus wirtschaftlichen Gründen eine gute Wahl.


In der Regierungszeit Karls des Großen entstand vermutlich an der heutigen Stelle der St.-Johannes-Kirche eine Urpfarrei. Erstmals wurde die Stadt Attendorn jedoch erst im Jahr 1072 namentlich in einer Urkunde erwähnt. An einem Hof in Attendorn hatte das von Erzbischof Anno von Köln gegründete Kloster Grafschaft somit alle Rechte. Um 1200 wurde die Schnellenberger Burg errichtet und im Jahr 1222 erhielt Attendorn dann sogar eigene Stadtrechte. Die Stadt diente fortan, genau wie zahlreiche andere Städte im Sauerland dem Schutz der Kölner Gebiete.


Im 13./14. Jahrhundert ging Attendorn seiner Blütezeit entgegen, Grund waren die Zünfte der Woll- und Leineweber. Die erwähnte Stellung als Grenzfeste gegen die Grafschaft Mark brachte Attendorn auch durch politische und kirchliche Privilegien zahlreiche Reichtümer ein. Zeitweise war die Stadt sogar Sitz einer der größten Dekanate im alten Erzbistum Köln. Der Erfolg reichte sogar so weit, dass Attendorn 1255 als einzige Stadt im Sauerland dem Verbund Rheinischen Städtebund bei und gehörte somit zu den 60 bedeutendsten Städten im ganzen Reich.


Über die Grenzender Region hinaus betrieb die Hansestadt Attendorn nachweislich Handel bis weit in den Ostseeraum hinein. Der Handel blühte und als Münzstätte prägte die Stadt Zahlungsmittel, die nachweißlich bis in Bereiche des heutigen Belgien und Polen im Umlauf waren. Macht und Reichtum wirkten sich aber auch auf die Infrastruktur der Stadt aus. Neben einem Hospital vor den Stadtmauern stifteten wohlhabende Familien auch kleinere Kapellen, wie beispielsweise die Kreuzkapelle, welche auf die Stiftung der Familie Becke zurückgeht. Selbst der Kölner Erzbischof nahm bei seinen Attendornern Kredite auf, was vom immensen Reichtum in jener Zeit zeugt.


1444/45 eroberte Attendorn die Burg Bilstein, welche zu Soest gehörte und in der Soester Fehde mit dem Erzbischof von Köln einen strategisch wichtigen Punkt darstellte.


Auf ihrem Höhepunkt wurde die Stadt gleich viermal von der Pest heimgesucht, was sich negativ auf die Bevölkerungszahlen auswirkte. Zahlreiche Feuer zerstörten fast den gesamten Stadtkern. So wurden bei einem Großfeuer 1783 246 Häuser, die Pfarrkirche mit Turm und Chor, das Rathaus, die Klosterkirche und das Franziskanerkloster Opfer der Flammen. Angeschlagen und schutzlos war Attendorn immer wieder Plünderungen und Zerstörungen durch Menschenhand ausgeliefert.


Zur Zeit der napoleonischen Herrschaft hatte die Stadt bereits alles von ihrem einstigen Reichtum verloren und erholte sich nur mühselig. Bombenangriffe gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörten dann erneut einige Bauten von geschichtlicher Bedeutung. Trotzdem blieb Attendorn noch einiges an historischen Schätzen erhalten, die man auch heute noch besichtigen kann.

Foto: Markus Lenk

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