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Attendorn und seine Ortsteile entdecken

Zum Stadtgebiet Attendorn gehören neben dem Kernort 56 Dörfer und Wohnplätze. Helden im Repetal, Ennest und Lichtringhausen erzählen jeweils andere Ortsgeschichten: In Helden prägen die Kirche St. Hippolytus und das Kirchspiel den Blick auf den Ort, in Ennest steht St. Margaretha im Mittelpunkt, und Lichtringhausen verbindet seine Kirche mit einer langen Vereinsgeschichte. Ein Ausflug über die Innenstadt hinaus führt damit zu konkreten historischen Orten und zu den unterschiedlichen Strukturen, aus denen die heutige Hansestadt gewachsen ist.

Museum Attendorn Museum Attendorn Foto: M. Lenk

Wie die Ortsteile zu Attendorn kamen

Die heutige Stadtstruktur entstand mit der kommunalen Neugliederung von 1969. Damals wurden Attendorn-Land und die Gemeinde Helden mit der Stadt Attendorn zusammengeschlossen. Heggen und Hülschotten kamen zu Finnentrop, Oberveischede zu Olpe. Vor der Neuordnung zählten die beiden Gemeinden zusammen 72 Dörfer und Wohnplätze; heute gehören 56 solcher Ortslagen zur Hansestadt. Diese Veränderung erklärt, warum der Name Attendorn sowohl den historischen Stadtkern als auch zahlreiche Dörfer mit eigener Lage und Geschichte umfasst.

Die ländlichen Orte waren über Jahrhunderte von Landwirtschaft und Viehzucht geprägt. Ihre Eigenständigkeit ist bis heute ein Teil der Attendorner Identität. Die Geschichte Attendorns führt vom historischen Stadtkern zur kommunalen Entwicklung der heutigen Hansestadt. Der Blick auf die Ortsteile ergänzt diese Perspektive durch erhaltene Dorfkirchen, lokale Vereinigungen und das Kirchspiel im Repetal.

Helden und das Kirchspiel im Repetal

Helden liegt im Repetal zwischen bewaldeten Hügeln. St. Hippolytus steht auf einem Felssporn in der Mitte des Dorfes. Die romanische Kirche prägt den Ortskern schon durch ihre Lage: Sie erhebt sich über dem Dorf und macht die Verbindung zwischen Siedlung und Kirchenstandort unmittelbar sichtbar. Unter dem Altarraum liegt eine Krypta. Bei Arbeiten im Jahr 1935 wurden dort romanische Gewölbemalereien und eine Sepulkrumnische mit weiteren Malereien entdeckt. Diese Funde gehören zu den ältesten zusammenhängenden romanischen Wandmalereien in Westfalen. Im Innenraum finden sich außerdem ein spätgotischer Apostelzyklus und eine barocke Kanzel des Attendorner Bildhauers Johann Sasse.

Die Geschichte des Kirchspiels reicht über Helden hinaus. 2010 entstand auf Initiative der Heldener Natur- und Heimatfreunde ein Dorfentwicklungsplan für das Kirchspiel Helden. Die Hansestadt Attendorn und die Universität Siegen erarbeiteten ihn gemeinsam. Helden verbindet markante Sakralarchitektur mit der geschichtlich gewachsenen Kooperation im Kirchspiel. Die Hansestadt Attendorn umfasst den historischen Kernort und die ländlichen Ortsteile.

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Ennest: Baugeschichte von St. Margaretha

In der Ortsmitte von Ennest steht die Kirche St. Margaretha. An derselben Stelle gab es bereits seit dem 15. Jahrhundert eine Kapelle, die der heiligen Margaretha geweiht war. Der heutige Kirchenbau entstand 1914 und 1915. Seine Geschichte lässt sich an mehreren gut datierten Veränderungen ablesen: Die Glocken kamen 1949 in den Turm, nachdem die Vorgänger im Zweiten Weltkrieg als kriegswichtiges Material abgegeben werden mussten. Eine Orgel aus der Werler Firma Stockmann wurde 1950 eingebaut. Sie besitzt zwei Manuale und 1.070 Pfeifen.

Auch die jüngere Baupflege gehört zur Geschichte des Ortsbilds. Eine Innenrenovierung erfolgte 2009; 2011 wurde das Äußere erneuert und das Dach saniert. Neben dem Eingang wurde das Missionskreuz restauriert und eine Stele aufgestellt, auf der ein Licht für ein verstorbenes Gemeindemitglied angezündet wird. Der Standort in der Ortsmitte und die Bauphasen von der Kapelle bis zu den Renovierungen machen St. Margaretha zu einem gut nachvollziehbaren Bezugspunkt für einen Spaziergang durch Ennest. Wer den Dorfrundgang mit einem Aufenthalt in der Innenstadt verbinden möchte, findet passende Ziele bei den Sehenswürdigkeiten in Attendorn.

Lichtringhausen: St. Jakobus und das Vereinsleben

Die Kirche in Lichtringhausen ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht und wurde 1911 eingeweiht. Ihre Entstehung fällt in eine Zeit, in der sich das Dorfleben weiter organisierte. Die Chronik der örtlichen St.-Jakobus-Schützengesellschaft berichtet, dass 1927 am selben Tag sowohl die Schützengesellschaft als auch die Freiwillige Feuerwehr gegründet wurden. Zuvor bestand seit 1897 ein Männergesangsverein. Die drei Daten markieren unterschiedliche Formen gemeinschaftlichen Lebens: musikalisches Vereinswesen, organisierte Hilfe und die Schützengesellschaft, deren Name auf den Kirchenpatron verweist.

Auch die ersten Jahre des Vereins sind dokumentiert: 1927 gehörten ihm 45 Mitglieder an. Als Festplatz für das erste Schützenfest im August diente die Heselers-Wiese oberhalb des späteren Hallenstandorts. Zum Ortsbild gehören außerdem die ältere Kapelle und der Dorfplatz mit einem Natursteinbrunnen. Sport- und Aktivitätsmöglichkeiten in Attendorn lassen sich als weiterer Schwerpunkt mit dem Besuch verbinden; dazu führt die Übersicht Sport und Aktivitäten in Attendorn.