Geschichte von Lüdenscheid

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Lüdenscheid im Sauerland ist eine durchaus geschichtsträchtige Stadt. Dass man hier auf historischen Pfaden wandelt erkennt man nicht nur an der kreisförmig angeordneten Altstadt. Bereits seit frühster Zeitrechnung wurde Lüdenscheid und das Umland der heutigen Kreisstadt als Siedlungsgebiet genutzt. Einige Funde belegen zumindest, dass sich bereits seit der Steinzeit Menschen im Bereich des Sauerländer Westens aufgehalten haben. Gerade im Bereich Altena und Attendorn findet man viele Höhlen die auch von Menschen bewohnt wurden. Besonderes Beispiel für solche Behauptungen ist die bekannte Balver Höhle, eine Großhöhle die heute für Evente und Veranstaltungen genutzt wird.


In der Region der heutigen Verwaltungshauptstadt des Märkischen Kreises findet man erstmals im 9 Jahrhundert verwaltungstechnische Vermerke. In den ersten schriftlichen Erwähnungen von einer Siedlung spricht man von „Luidolvessceith“.Ab dem Jahr 1114 wurde in Lüdenscheid ein Burgbau durch Heinrich V. begonnen. Wie vielerorts im heutigen Sauerland galt auch diese Burg als Abwehrriegel gegen das Kölner Erzbistum. Der Kölner Erzbischof war ein stätiger Feind der hiesigen Regionen. Erst Graf Gottfried von Arnsberg versöhnte sich durch eine Schenkung mit dem Bistum und erhielt sogar als erster weltlicher ein Grabmal im Kölner Dom. Obwohl Lüdenscheid durch den Besitz dieser Burg ein großes Prestige inne hatte wurden der Stadt erst im Jahre 1287 offiziell die Rechte einer Stadt zugesprochen. Ein Marktprivileg folgte im Jahr 1425. Durch den florierenden Handel wurde Lüdenscheid dann sogar ab dem 15. Jahrhundert für knappe 100 Jahre Mitglied der Hanse.


Ab dem Jahr 1609 unter die Verwaltung Brandenburgs. Diese Federführung dauerte solange an, bis Napoleon seine Feldzüge startete und auch indirekt Lüdenscheid einnahm, welches sich zu dieser Zeit unter der Herrschaft des Großherzogtums Berg befand. Nach Beendigung der napoleonischen Epoche fiel Lüdenscheid unter preußische Machteinflüsse und gehörte nun offiziell zur Provinz Westfalen.


Die folgenden Jahre bescherrten der Stadt vor allem durch wirtschaftliche Tatkraft Erfolge. Berühmtheit erlangte man um 1898, als in der Fabrik des Commerzienrath von Carl Berg die Teilproduktion für einen aufstrebenden Teil der Luftfahrt begann. Die Vormontage der von Zeppelin entwickelten Luftschiffe sollte auch den Lüdenscheidern Privilege und Arbeitsplätze bringen. Schließlich wurde man ab 1907 zur kreisfreien Stadt ernannt.


Im Zweiten Weltkrieg wurde Lüdenscheid zur Garnisonsstadt. Große Truppenteile wurden hier stationiert. Diese Zeit gehört wohl zu einer der traurigsten Kapitel in der Stadtgeschichte. In einem Langer der Gestapo wurden unweit der Stadt viele sowjetische Häftlinge exekutiert und auch viele Einheimische fielen in den letzten Tagen des Krieges der Willkür der Naziverbrechen zum Opfer.


Nach dem Krieg siedelten sich aufgrund der vorhandenen Infrastruktur in den Kasernen erst Briten, später Belgier an.


Seit 1975 ist Lüdenscheid die Kreishauptstadt des Märkischen Kreises und damit auch gleichzeitig Verwaltungssitz.

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