Geschichte von Willingen

Das heutige Wappen von Willingen Das heutige Wappen von Willingen
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Die Region rund um Willingen wird im Volksmund auch oft als “Willinger Upland” bezeichnet. “Upland” heißt im Grunde nichts anderes als “Hochland” oder “Auf dem Land”. Der Grund für die Bezeichnung “Willinger Upland” liegt nach dieser Übersetzung also bei der ländlichen und bergisch geprägten Landschaft im ganzen Sauerland klar auf der Hand. Daher werden die Orte und Dörfer rund um dieses Gebiet auch als “Uplanddörfer” bezeichnet, die im Bezug auf Willingen am Beispiel von Willingen selbst, Usseln und Rattlar etwa um 1000 nach Christus zum ersten Mal urkundlich Erwähnung finden.

Zu dieser Zeit gab es im Willinger Upland nur einige wenige Höfe, auf denen nur vereinzelt Menschen lebten. Daher kann man - auch aufgrund des Klimas in der Region - von einer eher geringen Einwohnerzahl ausgehen. Diese entwickelte sich jedoch allmählich immer besser. Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt auch das gräfliche Wirken. Während die allerersten Höfe noch unter die Grafschaft Padberg fielen, haben die Grafen der Grafschaft Waldeck das Gebiet und damit auch die Herrschaft über diesen Landstrich und alle Einrichtungen in der Zeit von 1400 bis 1600 übernommen. Die Folgen dessen waren für die Region äußerst positiv. Mit der Einberufung von Forst- und Waldbehörden sowie der neuen Ergründung von Jagd- und Fischereigebieten zog auch das Recht und die Ordnung mit deren Hütern in die Orte ein: Richter und Ortsvorsteher.

Trotz dieser recht positiven Entwicklungen mussten immer wieder herbe Rückschläge hingenommen werden. Eine Wüstungsperiode führte in den 1340er und 1740er - Jahren zu einem absoluten Verfall, der nach dem Wiederaufbau mit dem 30-jährigen Krieg schon wieder eintrat. Auch nach dem siebenjährigen Krieg im 18. Jahrhundert musste wiederaufgebaut werden, allerdings noch mit einem unangenehmen Beigeschmack in finanzieller Hinsicht: Die Grafschaft Waldeck hatte ungefähr 800000 Reichstaler Schulden durch all diese Vorkommnisse machen müssen, die sich natürlich nicht sehr zuträglich im Bezug auf die weitere Entwicklung des Uplandes auswirkten. Weitere Katastrophen ließen nicht lange auf sich warten: Auch aufgrund der instabilen Bauweise, zum größten Teil aus Stroh, fielen viele Höfe großen Bränden im 19. Jahrhundert zum Opfer.

Die Zerstörung der Existenzgrundlagen der Bewohner war besonders schlimm, denn der Großteil der Bevölkerung lebte in der damaligen Zeit von der Land- und Forstwirtschaft. Nach und nach entstanden jedoch auch die ersten Handwerksbetriebe, hauptsächlich im Bereich der Eisenverhüttung. Produziert und hergestellt wurde hier zum einen Roheisen, aber auch weiterverarbeitete Produkte wie Pflugschafen, Säbel, Heizöfen oder auch Nägel. Die Erwerbstätigkeiten beruhten in diesem Bereich vordergründig auf Fuhrarbeiten, da für das Schmelzen des Eisens Holzkohle von Nöten war, die entsprechend angeliefert werden musste.

Im anfänglichen 19. Jahrhundert wurde die Arbeit in den Hütten jedoch eingestellt, da sie mehr und mehr von einer wirtschaftlichen Nutzung abdrifteten. Die Industrialisierung zu dieser Zeit bewirkte eine merkliche Abwanderung der Upländer in die Städte, wo sich neue Arbeitsplätze finden ließen.

Foto (Wappen): Wikipedia

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