Geschichte von Medebach
Auch Medebach lag, wie viele andere Städte im Sauerland auch an der „Heidenstrasse“, einer wichtigen Heer und Handelsroute zwischen Leipzig und Köln. Eine gute Voraussetzung also, um in der schönen Landschaft der Medebacher Bucht sesshaft zu werden. 1144 fand das Städtchen unter dem Namen „Villa Medebeke“ in einer Urkunde des Kölner Erzbischof Arnold I erstmals Erwähnung und erhielt gleich aufgrund seiner Ansehnlichkeit (honestum oppidum) die gleichen Rechte wie die damals große Handelsstadt Soest. In einem 1153 aufgesetzten Bestätigungsschreiben der Rechte erwähnte der Erzbischof Rainald von Dassel auch Handelsbeziehungen der Stadt Medebach, welche sich weit bis nach Dänemark und Russland erstreckten.
Nachweislich fanden auch diverse Medebacher Namen in anderen Städten Erwähnung. So ist in Lübeck von einem Gottfried von Medebach im Jahr 1183 die Rede und beweist den großen Handelsraum der damaligen Hansestadt.
Bereits sehr früh in der Geschichte wurde die Stadt jedoch völlig zerstört. Zum Grund hatte dies die Übergriffe, welche zum Sturz von Heinrichs des Löwen im Jahr 1180 geführt haben. So machte ein gewisser Bernhard von der Lippe, welcher nachweislich kein Verwandter des Gleichnamigen Unterhaltungskünstlers ist, wohl aber Vasal Heinrichs des Löwen war die Stadt Medebach dem Erdboden gleich. In der Folgezeit unter westphälischer Heerschaft entwickelte sich das Hansewesen unbeirrt weiter und man konnte dank einer friedvollen Epoche neben Handelsbeziehungen auch Beziehungen Innerorts durch die Einführung von Gerichtsbarkeiten aufrecht erhalten.
Erst der Dreißigjährige Krieg stürzte Medebach wieder in eine tiefe Krise. 1634 wurde die Stadt erneut fast völlig zerstört und ein Jahr darauf sogar nochmals niedergebrannt. Die Bewohner wurden vertrieben und mussten in den umliegenden Wäldern ums Überleben kämpfen. Zu dieser Zeit existierte die Stadt also faktisch nicht einmal mehr. Unbrauchbar und abgelegen aller Handelswege verlor die Stadt schnell an Bedeutung. Zu allem Überfluss wurden die im Wald lebenden Bewohner dann auch noch von der Pest heimgesucht. Die Bevölkerung minimierte sich dadurch um ein Drittel.
Ein Wiederaufbau der Stadt erschwerte sich in den Folgejahren immer häufiger durch zahlreiche Kriege und unterschiedliche Besatzer. Erst durch preußische Verwaltung erhielt die Stadt als Zentrum des Kreises Medebach wieder kleinere Bedeutung. Schnelle Einsichten und Strukturänderungen ließen aber auch dieses Privileg schnell wegfallen. Das Glück sollte den Medebachern einfach nicht treu sein. Im Jahr 1844 zerstörte ein Brand wiederum einige Teile der Stadt und des Stadtarchives. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten viele Medebacher ins Ruhrgebiet ab um Arbeit zu finden.
Erst Heute ist die Stadt wieder auf einem positiven Weg und erfreut sich einer gut funktionierenden Wirtschaft. Gerade im Bereich Tourismus geben sich die Medebacher besondere Mühe und werden dafür auch zu recht belohnt.
(Bild: Wikipedia)
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