Geschichte von Arnsberg

Das Herdringer Schloss, Arnsberg Das Herdringer Schloss, Arnsberg
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Die mittelalterliche Geschichte der Stadt ist geprägt von dem Wirken der Grafen, Kurfürsten, Burgfrauen und Angehöriger der Ritterorden: In den Urkunden zum ersten Mal im Jahr 789 genannt, wurde der Grundstein der Stadt mit dem Bau von zwei Burgen durch die Grafen Arnsbergs gelegt. So konnte die Festung auf dem Schlossberg, die im weiteren Verlauf der Jahre viele Herrschaften verschiedener Grafen und Kurfürsten durchlebte, etwa im Jahr 1100 fertig gestellt und in Betrieb genommen werden. Dies war die Grundlage für die eigentliche Stadtentwicklung.

Die Tatsache, dass die Grafen ihren zentralen Sitz nach Arnsberg verlegten, begünstigte die Entwicklung der Stadt, da dieses Vorgehen zur Folge hatte, dass sich um das Jahr 1114 mehrere Sippschaften im Schutz der Festung und deren Herren ansiedelten. Schon kurz danach wurde die Altstadt mit dem Fundament der Burg verankert und Eingänge in Form von Stadttoren erbaut. Eines davon ist bis heute eines der Wahrzeichen der Stadt: Der Glockenturm.

Nach der wiederholten Eroberung der Burg und den verschiedensten inneradelsfamiliären Vorkommnissen, dotierte Graf Heinrich I. das Prämonstratenserstift Wedinghausen außerhalb der Stadtmauern, dessen Klosterkirche gleichzeitig als Pfarrkirche für die mittlerweile rasch angewachsene Siedlung diente. Nach Anbruch des 13. Jahrhunderts kristallisierte sich so schon die Entstehung einer zweiten Niederlassung im unteren Bereich des Glockenturms heraus. Zusammengenommen konnten die beiden Siedlungen auf eine Einwohnerstärke von etwa 1000 Bewohnern gründen. Mitte des 13. Jahrhunderts musste sogar eine neue vergrößernde Stadtmauer gebaut werden, die nun auch das Kloster Wedinghausen innerhalb des Stadtbereiches einschlossen.

Berühmt wurde der letzte Graf von Arnsberg, Graf Gottfried IV. wurde auch durch die Schenkung seiner Grafschaft an die Stadt Arnsberg bekannt. Noch bis heute wird jährlich in Form einer Donatorenfeier daran erinnert. Weiterhin werden an diesem Tag Stütchen an alle Schulkinder verteilt. Zur Zeit Graf Gottfrieds IV. war Arnsberg bereits die „Hauptstadt des Herzogtums Westfalen“ und beheimatete regelmäßig die Versammlungen der Landesstände. Weiterhin war die Zugehörigkeit Arnsbergs zur Hanse von großer ökonomischer Wichtigkeit, vielmehr wurde in Arnsberg aber auch Recht gesprochen.

Arnsberg als Domizil der Rechtsprecher

„Wir gehen auf Arnsberg!“ konnte man im Mittelalter des Öfteren hören, wenn zwei Querulanten nicht mehr dazu in der Lage waren, ihren Streit von sich aus beizulegen. Schon von da an münzten die vielen Tribunale und Gerichtshöfe das Stadtbild entscheidend.

Geradewegs hinter der äußeren Stadtmauer befand sich ab dem 12. Jahrhundert der Oberfreistuhl des westfälischen Femegerichts. Das Schwert, dessen Justierung nach Beratung der Richter zur damaligen Zeit das Urteil markierte, ist noch heute in der Steinplatte des Richtertisches zu besichtigen.

Heutzutage werden in Arnsberg immer noch zahlreiche Urteile im Amts-, Land-, Verwaltung- und Arbeitsgericht gefällt und über „schuldig“ oder „nicht schuldig“ entschieden. Zudem ist Arnsberg heute noch Sitz der Bezirksregierung.

Foto: Dr.G.Schmitz / Wikipedia.de, CC BY-SA 3.0

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