Geschichte von Hallenberg

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Die erste Besiedlung des heutigen Gebietes der Stadt Hallenberg ist nicht zuletzt seiner ausgesprochen vorteilhaften Lage zu verdanken. So lag die erste Siedlung Mercelinchusen noch im Tal südöstlich der heutigen Kernstadt Hallenberg , die dann auf einem Bergrücken, umgeben von zwei Flussläufen, der Nuhne und der Weife entstehen sollte. Eine Eigenschaft, die für die spätere Namensgebung nicht ohne Bedeutung bleiben sollte. Von der langgezogenen Erhöhung hatte man einen guten Blick und genügend Platz für den Bau einer Befestigungsanlage, die im 13. Jahrhundert für den Fortbestand einer Siedlung von großer Notwendigkeit gewesen ist.


Unter der Herrschaft des Kölner Erzbischofes wurde eine selbige an genannter Stelle errichtet und erfüllte seinen Zweck als Grenzfestung zu den Grenzen der grafschaftlichen Gebiete zu Hessen, Waldeck und Wittgenstein. Noch heute liegt Hallenberg ja als letzte Bastion Westfalens vor der hessischen Landesgrenze. Diese Grenzlage zu meist feindschaftlichen Gebieten ließ schon damals keinen großartigen Handel zu, so dass die Stadtentwicklung der von den gleichzeitig gegründeten Schwesterstädten Schmallenberg und Winterberg immer ein wenig hinterherhinkte.


Eine als „proconsules et consules“ umschriebene Person, besser geläufig als Bürgermeister ist erstmals im Jahre 1300 urkundlich in Erscheinung getreten. In den folgenden Jahren erthiet die Stadt ihr noch heute erkennbares Gesicht. Neben der damals entstandenen Pfarrkirche prägt noch heute der typisch ringartig angelegte Straßenverlauf das Stadtbild.


In der bekannten Schlacht von Worringen, einem Erbfolgestreit, an dem auch der Erzbischof von Köln beteiligt war, wurde Hallenberg völlig zerstört, jedoch später aufgrund seiner Position als Grenzstadt wieder errichtet.


Die späteren Jahre des dunklen Mittelalters mit seinen vielen Versorgungsengpässen und brutalen Übergriffen führten dazu, das Bewohner der umliegenden, wie auch in der Nachbarschaft Winterberg ihre Häuser und Höfe verließen und hinter die Befestigungen der Stadt zogen.
In den Jahren der Hexenverfolgung wurde Hallenberg zum Schauplatz zahlreicher Prozesse denen mindestens 16 Menschen zum Opfer fielen.
1593 und 1663 kam es dann zur Einigung mit den benachbarten Grafschaften. Der Kölner Erzbischof trat einige Gebiete des Hallenberger Umlandes an Hessen ab, wodurch sich das Stadtgebiet verkleinerte. Trotz des Kompromisses wurde Hallenberg im 30-jährigen Krieg zweimal von Hessen geplündert, so dass die Hallenberger oft aus der Stadt flüchten mussten. Nach Zerstörungen der Befestigung bot die Stadt kaum noch Schutz und mehr als die Hälfte der Bevölkerung starb bei Übergriffen. Besonders schlimm traf Hallenberg die Belagerung durch die Schweden, welche erst 1650 den Rückzug antraten.


1816 fiel die Stadt von hessischer in preußische Herrschaftsräume und erhielt 1826 das Privileg der Landbürgermeisterei über die umliegenden Ortschaften. 1856 erfolgte ein erneuter Zusammenschluss mit dem Amt Liesen und hatte als Amt Hallenberg sogar noch bis ins Jahr 1975 Bestand.

Mit der Neugliederung der Gemeinden in NRW erfolgte schließlich auch 1975 durch den Zusammenschluss der bis dahin zum Amt Hallenberg gehörenden Gemeinden Braunshausen, Hallenberg, Hesborn und Liesen die Abspaltung der Gemeinde Züschen, die heute zu Winterberg gehört.


Heute bemüht sich die Stadt im immer weiter wachsenden Wirtschaftssektor des Tourismus Schritt zu halten und neue Maßstäbe zu setzen. Die Schätze der ereignisreichen Vergangenheit tragen dazu bei, dass die Stadt in absehbarer Zeit nicht an Attraktivität verlieren kann.

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