Geschichte von Marsberg

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Die Geschichte von Marsberg im Sauerland ist bis heute ein geheimnisvolles und lange zurückreichendes Forschungsgebiet der Heimatforscher. Der Name Marsberg wurde der Stadt erst im 19. Jahrhundert gegeben. Zuvor hieß Marsberg noch Stadtberge. Woher sich der Name Marsberg ableitet ist nicht ganz geklärt. Es ist aber wahrscheinlich, dass sich der Name vom germanischen Volksstammes der Marser ableitet. Die Marser finden in den Schriften des bekannten römischen Historikers und Senators Tacitus Erwähnung. Der germanische Volksstamm lebte hauptsächlich im Gebiet zwischen Rhein, Ruhr und Lippe und war maßgeblich an den Aufständen gegen die Römer beteiligt, ehe diese die ahnungslosen Marser überfielen und niedermetzelten. Marsberg gehörte vermutlichaber nicht zu den Siedlungsorten der Marser, da diese nach Überlieferungen wieter im Nord-Westen lebten. Genaue Beweise dafür gibt es jedoch nicht. Marsberg, Obermarsberg und der hessische Ort Volkmasern tragen dennoch den Namen des Stammes im Ortsnamen, obwohl keiner dieser Orte im Bereich der Marser lag.


Der geschichtsträchtigste Ort des Gebietes ist daher nicht Marsberg, sonder Obermarsberg. Obermarsberg trug früher den Namen Eresburg, abgeleitet von der gleichnamigen sächsischen Wallburg auf dem Eresberg . Die Eresburg war eine der wichtigsten sächsischen Wallburgen und wohl die bedeutendste sächsische Volksburg. Während der der Sachsenkriege im Jahre 772 war die Burg als strategisch wichtige Position hart umkämpft und schließlich von Karl dem Großen erobert. Karl der Große errichtete eine Basilika in welcher er sich dann mit Papst Leo III. traf, der den sakralen Bau dann eingeweiht haben soll. Geschichtsforscher bezweifeln allerdings dieses Ereignis. Die Eresburg beherbergte auch eines der ersten Klöster Westfalens und diente neben der Funktion als Kaiserpfalz auch zur Christianisierung der umliegenden Gebiete. Der Ort war immer schon Mittelpunkt glaubensrelevanter Ereignisse. Bevor Karl der Große die Burg eroberte, diente sie unter anderem auch als Aufenthaltsort der Irminsul, dem wichtigsten altsächsischen Heiligtum.


Im Schutz der Burg entwickelte sich später die heutige Siedlung Obermarsberg. Das Kloster gehörte zum Kloster Corvey bei Höxter und besaß daher ein Münzrecht.


Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Siedlung von den Schweden eingenommen. Durch die Abwehrkämpfe wurde die Stadt großteils zerstört und die Bevölkerung siedelte sich mehr und mehr an der Diemel und dem heutigen Niedermarsberg an. Der zurückgelassene Ortskern ist daher heute noch zum größten Teil erhalten geblieben. Leider wurde neben vielen anderen Gebäuden auch die alte Basilika so weit zerstört, dass sie später durch eine neue Kirche ersetzt wurde.


Marsberg ist heute die größte Stadt im Osten des Sauerlandes.

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