Geschichte von Meschede

(0) Bewertungen: 0

Als Monasterium Mescidi fand Meschede im Jahr 913 erstmalig Erwähnung in den Geschichtsbücher. Wenige hundert Meter vom heutigen Stadtzentrum entfernt befand sich zu jener Zeit die Hünenburg, eine karolingische Wallburg in deren unmittelbarer Nähe auch ein adeliges Damenstift gegründet wurde. Emildis, gleichzeitig Gründerin und erste Äbtissin erwählte die hl. Walburga zur Patronin des Stiftes, welches sich in den folgenden Jahren immer mehr vergrößern sollte und nicht zuletzt förderlich zur Entwicklung umliegender Siedlungen beitrug. Eine der ersten Sakralbauten von Meschede ist die Klausenkapelle, heute besser bekannt als Michaeliskapelle am Klausenberg. Sie kann auf eine knapp 1000 Jährige Geschichte zurückblicken und birgt neben dem wertvollen Schitzaltar auch ein Deckengemälde aus dem 15. Jahrhundert.

Im 13. Jahrhundert gründete der Graf von Arnsberg zwei Siedlungen im Raum Meschede. Eversberg und Grevenstein, welches jedem Bierkenner ein Begriff sein sollte erhielten dann wohl auch eigene Stadtrechte und erfüllten ihren Zweck als Grenzfestigungen gegen die mit Arnsberg im dauerhaften Konflikt befindlichen Kurkölschen Gebiete. Meschede selbst hatte es da schwerer, die Stadtrechte zu erlangen, da das Stift der hl. Walburga eher dem Kölner Erzbistum zugewandt war. Dieses wurde um 1310 aufgrund moralischen und wirtschaftlichen Verfalls dann in ein Kollegiatstift umgewandelt und stand dann auch Bürgerlichen offen. Bis 1368 gehörte das Siedlungsgebiet des heutigen Raumes Meschede zur Arnsberger Grafschaft. In der Folgezeit behielt es bis 1802 Zugehörigkeit zum Erzbistum Köln.

Erst im Jahr 1457 konnte man durch den Kölner Erzbischof Dietrich von Moers den Status einer Freiheit oder Minderstadt, also eines Ortes mit eingeschränkten Stadtrechten erlangen und bekam 1581 ein eigenes Ratsgebäude.

Der 30 jährige Krieg warf die junge Stadtentwicklung dann wieder etwas zurück. In diesem Zeitraum wurde sogar das St. Walburga Stift Zerstört und die bekannten Probleme des Krieges nagten an der Stadtbevölkerung.

Die wirklich guten Jahre von Meschede sollten erst mit Ernennung zur Kreisstadt im Jahr 1819 beginnen, nachdem die Stadt nach den kurzzeitig unter der Verwaltungsmacht vom Großherzogtum Hessen-Darmstadt stand und ab1816 schließlich zu Preußen gehören sollte.
Zuvor entwickelte sich die Textil und Werkzeugindustrie an Ruhr und Henne weiter und profitierte schließlich vom Bau der Ruhrtalbahn im Jahr 1871.

Diese Blütezeit der späten Stadtentwicklung wurde jedoch gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wieder zurückgeworfen, als Meschede immer wieder Ziel von Luftangriffen wurde. Knapp dreiviertel der Innenstadt wurde damals zerstört. Erst im Jahr 1959 konnte man mit der Rathauseinweihung letzte Reste der Kriegsschäden beseitigen und wurde 1975 sogar zum Sitz des Hochsauerlandkreises.

Heute ist Meschede ein gut funktionierender Standort des Mittelstandes und hat neben einer eigenen Fachhochschule und der Benediktiner-Abtei Königsmünster auch einige Projekte für seine Zukunftsbildung entwickelt.

Deine Meinung

Bewertung (5 ist super, 1 ist nicht so toll):  

Kommentar (0)

Keine Kommentare

Letzter Artikel

Biggesee

Biggesee
Attendorn und Olpe liegen an der schönen Biggetalsperre. Der Biggesee ist die fünftgrößte Talsperre in Deutschland und beliebtes Ausflugsziel vor allem in den Sommermonaten.

Rennweg Etappe

Rennweg
Rund 103 Kilometer lang ist der Rennweg einer der Wanderwege im Sauerland und führt von Paderborn nach Neheim-Hüsten. Ein großer Teil der Strecke verläuft im Naturpark Arnsberger Wald immer nahe der Möhne.

Burg im Sauerland

Burgen und Schlösser im Sauerland
Zum kulturellen Erbe des Sauerlands zählen die vielen Burgen und Schlösser, die in den Landkreisen verstreut liegen. Viele der Objekte sind in Privatbesitz, andere stehen dem Urlauber im Sauerland offen.

Werbung

Folgen auf Facebook oder Google+