Zum Inhalt

Geschichte von Meschede

Die Geschichte Meschedes ist eng mit dem mittelalterlichen Damenstift, dem Handel und der Entwicklung seiner Ortsteile verbunden. Die Kirche St. Walburga und die Abtei Königsmünster stehen für unterschiedliche Epochen klösterlichen Lebens. Die heutige Ausdehnung der Stadt entstand durch die kommunale Neuordnung von 1975.

Frühe Siedlungen und das Damenstift

Die Hünenburg erinnert an die frühmittelalterliche Geschichte des Raums Meschede. Die karolingische Wallburg liegt etwa eineinhalb Kilometer vom heutigen Stadtzentrum entfernt. Weitere archäologische Spuren im Stadtgebiet reichen bis in die Eisenzeit zurück.

Im 9. Jahrhundert wurde am heutigen Standort der Pfarrkirche St. Walburga ein adliges Damenstift gegründet. Es prägte das religiöse Leben und die Entwicklung des Ortes. 1310 erfolgte unter dem Kölner Erzbischof Heinrich II. die Umwandlung in ein Stift mit Schule für männliche Kanoniker. Die Walburgakirche bleibt damit ein zentraler Ort, um Meschedes mittelalterliche Geschichte räumlich nachzuvollziehen.

Handelsort und Freiheit

Markt- und Zollrechte stärkten Meschedes Bedeutung als Handelsort. 1457 erhielt Meschede die Rechte einer Freiheit. Dieser historische Rechtsstatus bezeichnete einen Ort mit städtischen Privilegien und gehört zur Entwicklung seiner kommunalen Selbstverwaltung.

Die heutigen Mescheder Ortsteile besitzen eigene historische Entwicklungslinien. Eversberg erhielt 1242 Stadtrechte; Freienohl wurde 1364 zur Freiheit erhoben. Historische Ortskerne und frühere Gemeindegrenzen erklären, weshalb das heutige Stadtgebiet mehrere eigenständige Zentren umfasst.

Anzeige

Abtei Königsmünster im 20. Jahrhundert

Eine neue klösterliche Gemeinschaft entstand 1928 mit der Gründung des Benediktinerklosters Königsmünster. 1956 wurde das Kloster zur Abtei erhoben. Die heutige Abteikirche nach Plänen des Architekten Hans Schilling wurde 1964 eingeweiht. Ihre Architektur unterscheidet sich deutlich von der mittelalterlich geprägten Stiftsgeschichte.

Zu den Kulturorten Meschedes gehören außerdem das Bürgerzentrum Alte Synagoge und das Heimatmuseum in Eversberg. Sie eröffnen weitere Zugänge zur jüdischen Geschichte sowie zur regionalen Lebens- und Arbeitswelt.

Neuordnung und Wandel der Innenstadt

1975 kamen zuvor selbständige Städte und Gemeinden zum heutigen Meschede zusammen. Zugleich wurde Meschede Sitz der Kreisverwaltung des neu gebildeten Hochsauerlandkreises. Den Namenszusatz Hochschulstadt erhielt die Stadt 2012.

Seit den 1970er Jahren veränderten Straßenverlegungen und neue Fußgängerbereiche die Innenstadt. Im Zuge der REGIONALE 2013 wurden der Bezug zu Ruhr und Henne und die Wege am Wasser gestärkt. Die Öffnung des zuvor überdeckten Henneabschnitts machte den Fluss im Zentrum wieder sichtbar. Der Henne-Boulevard verbindet die Innenstadt mit dem Hennesee und verknüpft Stadtentwicklung und Talsperrenlandschaft.