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Olpes Geschichte: Stadtgründung, Handwerk und Wandel

Olpe entwickelte sich aus einer Siedlung an der Olpe und der Bigge zu einer Stadt, später zur Kreisstadt und zu einem regionalen Zentrum des südlichen Sauerlandes. Seine Geschichte ist an Stadtbränden, Handwerk und Verkehr ebenso ablesbar wie an den erhaltenen Resten der Befestigung. Im heutigen Stadtbild Olpes treffen mittelalterliche Befestigung, planmäßiger Wiederaufbau und die jüngere Entwicklung am Wasser aufeinander.

Vom frühen Siedlungsplatz zur Stadt

Das Stadtarchiv Olpe vermutet die Gründung einer dem heiligen Martin geweihten Eigenkirche um 800 auf einem Reichshof am Zusammenfluss von Olpe und Bigge. Die Fernwege zwischen Bonn und Paderborn sowie Frankfurt und Dortmund kreuzten sich in der Nähe. 1220 erscheint Olpe erstmals urkundlich; der Ortsname geht auf den Bach Olpe zurück. Im Jahr 1311 verlieh Erzbischof Heinrich II. dem Dorf Stadtrecht nach Attendorner beziehungsweise Soester Recht. Der Kirchenpatron St. Martinus wurde auch zum Stadtpatron.

Ein Mauerring mit Türmen und drei großen Toren umgab später die rund drei Hektar große Siedlungsfläche. Im Lauf der frühen Neuzeit wuchsen die Vorstädte Felmicke, Weierhohl und Unterste Vorstadt außerhalb der alten Stadtgrenzen. Noch heute erinnern erhaltene Mauerreste und der Hexenturm an diese mittelalterliche Stadtanlage. Zu den Sehenswürdigkeiten in Olpe zählen damit auch erhaltene Zeugnisse der einstigen Befestigung, die sich bei einem Spaziergang durch das Zentrum entdecken lassen.

Brände und Wiederaufbau

Mehrere Großbrände veränderten Olpe grundlegend. Stadtbrände sind für 1373, 1634, 1795 und 1810 belegt. Nach dem Brand von 1634 wurde die Unterste Vorstadt nicht wieder aufgebaut. Der Brand vom 28. April 1795 zerstörte mehr als 250 Häuser sowie einen großen Teil der städtischen Überlieferung. Der kurkölnische Baumeister Johann Adam Stahl entwarf den Wiederaufbau. Dabei wich der mittelalterliche Grundriss weitgehend einem regelmäßigen Straßenplan. Das heutige Zentrum verbindet deshalb ältere Mauerreste mit einem deutlich späteren Stadtgefüge.

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Metallhandwerk und Kreisstadt

Im Raum Olpe wurde bereits seit dem 11. Jahrhundert Eisen gewonnen und verarbeitet. Hammerschmieden sind 1434 belegt; sie stellten unter anderem Bleche, Pfannen und Kessel aus Eisen und Kupfer her. Aus dem Schmiedehandwerk entwickelte sich ein prägender Wirtschaftszweig, dessen Bedeutung sich auch im Panneklöpper als bekanntem Wahrzeichen der Stadt spiegelt. Olpe war im 16. und 17. Jahrhundert über Attendorn eine dem Hansebund zugewandte Stadt. 1819 wurde Olpe Kreisstadt. Bis heute prägen mittelständische Unternehmen der Metallindustrie die Wirtschaft der Stadt. Der Bahnanschluss von 1875 stärkte die Stellung als zentraler Ort im südlichen Sauerland.

Olpe in der jüngeren Geschichte

Luftangriffe 1944 und 1945 zerstörten Teile der Innenstadt. Beim Wiederaufbau griff man historische Formen auf. Die Entwicklung der Umgebung veränderte sich erneut, als 1965 der Biggesee aufgestaut wurde. Der Biggesee prägt seither Landschaft und Fremdenverkehr und verbindet Olpe mit weiteren Orten am See. Die Autobahnanschlüsse an A45 (1971) und A4 (1976) ergänzten später die Verkehrsanbindung der Kreisstadt. Mit seiner Geschichte und seinen Verwaltungsaufgaben ist Olpe ein regionales Zentrum unter den Städten und Orten im Sauerland.