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Sehenswürdigkeiten und Stadtgeschichte in Olpe

Für einen ersten Besuch eignet sich ein kompakter Rundgang durch die Olper Innenstadt: Vom Marktplatz geht es zum Panneklöpper-Denkmal, zur Agatha-Statue und zum Geschichtsbrunnen, danach zur St.-Martinus-Kirche und zu den Resten der Stadtbefestigung. Der von Olpe Aktiv beschriebene historische Stadtspaziergang ist 1,5 Kilometer lang; weitere Stationen führen zum Bracken-Denkmal, zur Gedenkstätte, ins Gerberviertel und zur Oberen Mühle. Damit liegen auf kurzer Strecke verschiedene Kapitel nebeneinander: Handwerk, Stadtgründung, Kirchen- und Alltagsgeschichte sowie Erinnerungskultur.

Marktplatz und Panneklöpper

Der Marktplatz zeigt die Form, die Olpe nach dem Stadtbrand von 1795 erhielt. Die damalige Innenstadt wurde neu aufgebaut; das heutige Platzbild gehört deshalb eher zur Wiederaufbaugeschichte als zu einem unveränderten mittelalterlichen Stadtkern. Die Bronze des Panneklöppers erinnert an die Pfannen- und Hammerschmiede, deren Handwerk Olpe seit dem 16. Jahrhundert prägte. In der Nähe führt die Westfälische Straße aus dem Zentrum in Richtung Rochuskapelle und verbindet unterschiedliche Zeitschichten: die heutige Geschäftsstraße, die ältere Stadtmitte und die Stadterweiterung um 1900.

Auf dem Weg Richtung St.-Martinus-Kirche liegen auch die Agatha-Statue und der Geschichtsbrunnen. Die Säule der heiligen Agatha steht vor der Kirche; die vier Tafeln bitten um Schutz vor Feuer und erinnern daran, dass Brände Olpe wiederholt geprägt haben. Unterhalb der historischen Stadtbefestigung erzählt der 1998 eingeweihte Geschichtsbrunnen auf Bronzeplatten von wichtigen Ereignissen und Persönlichkeiten des Stadtgebiets. Seine Lage am Kurkölner Platz macht ihn zu einer passenden Station zwischen Innenstadt und Mauerresten.

St.-Martinus-Kirche und die Erinnerung an 1945

Die Pfarrei St. Martinus ist 1220 erstmals urkundlich erwähnt. Die heutige Kirche wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet: Die Grundsteinlegung erfolgte 1907, 1909 wurde das Gotteshaus eingeweiht. Der südwestliche Turm wurde nach den Bombenangriffen von 1945 abgetragen; seine erhaltene Turmruine wird heute als Mahnmal für den Frieden verstanden. St. Martinus verbindet die ältere Pfarrtradition mit der Erinnerung an Zerstörung und Wiederaufbau.

Wer die Kirche in den Rundgang aufnimmt, kann auf die erhaltenen Originalfenster oberhalb der Anbetungskapelle achten. Diese Fenster waren beim Angriff 1945 noch nicht eingebaut und blieben erhalten; andere wurden nach dem Krieg neu gefertigt. In der Kirche befindet sich außerdem das Grab der 2013 seliggesprochenen Olper Ordensgründerin Maria Theresia Bonzel. Für den Stadtspaziergang ergibt sich damit ein konkreter Zusammenhang zwischen religiöser Geschichte, lokaler Erinnerung und sichtbaren Spuren des Wiederaufbaus.

Stadtmauer, Türme und Gerberviertel

Olpe erhielt 1311 Stadtrecht; spätestens um 1373 wurde die Stadt befestigt. Reste der Mauer sind im Weierhohl erhalten, darunter der Engelsturm und der Hexenturm. Der Hexenturm stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der Rundgang verbindet die Türme mit dem Geschichtsbrunnen und der Gedenkstätte zu einem Einblick in Olpes Wehr- und Erinnerungsgeschichte.

Am Fuß der Befestigung erinnern die von Ewald Mataré gestaltete Gedenkstätte an die Opfer des Krieges und das Brackendenkmal an weitere Kapitel des lokalen Erinnerns. Von dort führt der Blick beziehungsweise Weg in Richtung Weierhohl und Gerberviertel. Die Lohgerberei war neben der Metallverarbeitung ein wichtiger Teil der Olper Wirtschaft; das Viertel und die Obere Mühle machen diese Arbeitsgeschichte zu einem eigenen Thema des Stadtrundgangs. Die Abfolge aus Wehrbau, Denkmalen und früheren Gewerbestandorten macht den Ortskern als zusammenhängenden Geschichtsraum erlebbar.

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Rochuskapelle und Stadterweiterung

Ein längerer Themenweg beginnt an der Rochuskapelle, die zwischen 1667 und 1676 außerhalb der damaligen Stadt errichtet wurde. Von dort führt die Route über die Westfälische Straße, vorbei an der Villa Heuell und dem ehemaligen Amtsgericht, in Richtung Kurkölner Platz. Auf rund 1,2 Kilometern beschreibt sie den Wandel Olpes um 1900 zur Kreisstadt und führt vom Gerberviertel zu späteren städtischen Grünanlagen. Dieser Weg ergänzt den kürzeren Innenstadtspaziergang: Hier stehen Stadterweiterung, öffentliche Gebäude und die Entwicklung der Unter- und Oberstadt im Mittelpunkt.

Auch das jährliche Schützenfest gehört zur Olper Stadttradition; der Schützenplatz wurde 1828 erworben. Da das Fest ein zeitgebundenes Ereignis ist, bildet es einen anderen Besuchsanlass als die ganzjährig sichtbaren Plätze, Kirchen und Mauerreste. Sie können sich daher auf den historischen Stadtrundgang konzentrieren oder Ihren Besuch mit dem Veranstaltungskalender abstimmen. Die Geschichte Olpes vertieft die Entwicklung der Kreisstadt; der Stadtüberblick ordnet die Innenstadt in das Stadtgebiet ein.

Innenstadt und Biggesee als zwei Besuchsschwerpunkte

Die historische Innenstadt und der nahe Biggesee verbinden sich zu zwei Besuchsschwerpunkten: Im Stadtkern prägen Marktplatz, Kirchen, Stadtbefestigung, Gerberviertel den Rundgang; am See stehen Uferlandschaft und ausgewiesene Freizeitangebote im Mittelpunkt. Wenige Schritte vom Marktplatz entfernt beginnt der Weg in Richtung Obersee. Der Ausflug zum Biggesee ergänzt die historischen Stationen im Olper Stadtkern um die Wasserlandschaft der Umgebung. Die Burgruine Waldenburg liegt als eigenes historisches Ziel im Seegebiet.