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Schloss Melschede: Baugeschichte und heutige Nutzung

Schloss Melschede liegt in Hövel, einem Ortsteil der Stadt Sundern. Die 1281 erstmals erwähnte Vogtei wurde zum Adelssitz der Familie von Wrede; das heutige Schloss ist eine barocke Dreiflügelanlage in einer gestalteten Parklandschaft. Aus der Baugeschichte ergeben sich drei gut erkennbare Phasen: der frühe Herrschaftssitz, der repräsentative Vierflügelbau des 17. Jahrhunderts und die Öffnung zum Tal im 19. Jahrhundert. Heute finden im Schloss ausgewählte klassische Konzerte statt. Hochzeiten, private und geschäftliche Feiern, Tagungen und Yoga sind weitere veranstaltungsbezogene Nutzungen. Als barocker Wohnsitz im Sauerland steht Melschede neben den Burgen und Schlössern der Region für die Verbindung von Baugeschichte und Gegenwart.

Von der Vogtei zum Familiensitz

Die erste urkundliche Erwähnung Melschedes stammt aus dem Jahr 1281; damals erscheint der Ort als Vogtei der Grafschaft Arnsberg. 1364 erhielt Ritter Albrecht von Wrede die Herrschaft Melschede. Als Drost zu Arnsberg erhielt er die Herrschaft für seine Verdienste beim Übergang der Grafschaft an den Kurfürsten von Köln. Die Familie von Wrede blieb über Jahrhunderte mit dem Anwesen verbunden. Diese wechselnden Herrschaftsverhältnisse bilden einen Teil der Geschichte Sunderns, in der einzelne Orte ihre unterschiedlichen historischen Prägungen erhielten.

Ferdinand Freiherr von Wrede zu Melschede ließ zwischen 1659 und 1669 das heutige Schloss errichten. Der Baumeister Bonitius aus Trier leitete die Arbeiten; nach seinem Tod vollendete Nicolas Spantzl aus Meran den Bau. Ursprünglich bildeten vier Flügel mit Ecktürmen und Gräften einen geschlossenen Komplex. Der Innenhof lag geschützt in der Mitte. Wohnräume, Hof und Zugänge waren in einem zusammenhängenden Baukörper angeordnet. Diese frühere Form unterscheidet sich deutlich von der heute offenen Anlage.

Vom Vierflügelbau zur offenen Anlage

Zwischen 1820 und 1822 wurden der Nordflügel und zwei flankierende Türme abgetragen. Damit entstand die offene Dreiflügelanlage, die das Erscheinungsbild bis heute prägt. Gleichzeitig erhielt das Tal auf annähernd 200 Hektar eine Parklandschaft nach englischem Vorbild. Sie ist zu großen Teilen erhalten. Schloss und Gelände lassen sich deshalb als Einheit lesen: Die verbliebenen Flügel rahmen den Hof, während sich der Bau zum Tal öffnet und die Parkflächen das Anwesen in die Landschaft einbinden.

Die barocke Gestalt zeigen verputzte, zweigeschossige Gebäudeteile, verschieferte Dächer und quadratische Ecktürme am Hauptflügel. Hochrechteckige Fenster mit Werksteingewänden und Eckquaderungen gliedern die Fassaden. Am Westportal ist ein rustiziertes Pilasterportal aus der Bauzeit erhalten. Solche Details machen den repräsentativen Anspruch des Hauses sichtbar und helfen, den ursprünglichen Baubestand in der später veränderten Anlage zu erkennen. Die klare Gliederung der Fassaden steht im Kontrast zur offenen Hofform, die erst durch den Umbau des 19. Jahrhunderts entstand. Weitere Umbauten von 1920 bis 1922 gaben dem Inneren teilweise sein ursprüngliches Aussehen zurück.

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Hauskapelle und Innenräume

Im Inneren führt eine zweiläufige Treppe mit schmiedeeiserner Brüstung zum Speisesaal. Die Hauskapelle St. Antonius liegt im Obergeschoss des Südflügels und ist auf 1670 datiert. Ihre originale Stuckdecke ist erhalten. Ein Marmorportal mit korinthischen Säulen, gesprengtem Giebel und Wappenschmuck kennzeichnet den Zugang. Von außen erscheint die Kapelle nicht als eigenständiger Gebäudeteil. Treppenraum, Kapelle und Wohntrakt gehören damit zu einer gemeinsamen Innenordnung, in der religiöse Praxis und repräsentatives Wohnen räumlich verbunden waren.

Konzerte und Veranstaltungen

Das Schloss bietet ausgewählte klassische Konzerte in besonderem historischem Ambiente an. Hochzeiten, private Feiern, Firmenevents und Tagungen nutzen die Räume für konkrete Anlässe; Yoga wird ebenfalls als Veranstaltungsformat angeboten. Konzertbesuche bilden damit eine kulturelle Möglichkeit, Schloss Melschede zu erleben, während die weiteren Nutzungen an eine Veranstaltung oder Anfrage gebunden sind. Das Forsthaus und die Alte Schmiede werden als separate Ferienunterkünfte vermietet.

Das Schloss ist Teil der Sehenswürdigkeiten in Sundern. In der Umgebung verbinden sich historische Ortskerne, bewaldete Täler und die Landschaft am Sorpesee. Wer einen Ausflug mit Wasser und Uferwegen ergänzen möchte, findet am Sorpesee einen anderen Landschaftsschwerpunkt. Das Konzertangebot in Melschede ergänzt die Veranstaltungen im Sauerland um klassische Musik in einer historischen Anlage.