Wanderkreuze im Sauerland

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Das Kreuz am Bergheimer Weg

von sauerland-pool.de Redakteur Daniel Streit


Das Kreuz ist im ursprünglichen Sinne ein Merkmal von Wanderern und Wallfahrern, die es als Symbol der Lebenslast während ihrer Unternehmungen auf dem Rücken getragen haben. So war es früher oft Brauch, heute ist diese Tradition nicht mehr so oft zu beobachten. Trotzdem: Etwas davon, das aber auch anderen Einflüssen unterlag, ist geblieben. Am Rand von vielen Wanderwegen findet man immer wieder Kreuze, die die Wandersleute zum Innehalten bewegen sollen. Das Gebet und die Ruhe während der Wallfahrt sollen ständige Begleiter sein. Gerade hier im Sauerland, wo sich viele Wanderwege verzweigen und bekanntlich auch der Katholismus weit verbreitet ist, gibt es viele dieser Kreuze. Das besondere daran ist oftmals auch, dass es zu jedem Kreuz auch eine kleine Geschichte gibt. Als Sauerländer habe ich mich in meinem Ort auf die Suche nach einem derartigen Kreuz gemacht – und eins gefunden:


Ein Kreuz, dessen Geschichte bis heute jedoch im Verschwommen liegt, steht in meinem Arnsberger Ortsteil Neheim-Bergheim an der Ecke Bergheimer Weg / Felsenweg, am Fuße des kleinen Hangs. Neben dem Kreuz aus Holz befinden sich ein kleines Beet sowie ein Leuchtfeuer im Vordergrund, das heute durch ehrenamtlich tätige Bergheimer gepflegt und gehegt wird. Verschiedene Gerüchte kursieren noch heute bei Gesprächsrunden durch die Reihen, denn niemand weiß exakt, wer dieses Kreuz aufgestellt hat und welchen Zweck es eigentlich erfüllen soll. Es befindet sich an keinem markanten Punkt, an keinem Wanderweg oder sonstigem Ort von höherer Bedeutung. Der einzige Anhaltspunkt, den die Lage des Kreuzes geben kann, ist, dass es am Fuße des Bergheimer Hangs aufgestellt wurde. Soll dies also eine Art Gedenkstätte für jemanden sein, der bei einem möglichen Absturz von dem felsigen Hang sein Leben verloren hat? Es ist nicht bekannt. Der Höhenanstieg, der damit in Verbindung steht, hat viele Bergheimer darauf schließen lassen, dass das Kreuz offenbar an die Möhnekatastrophe erinnern soll. „Bis dahin ist das Wasser gekommen, diesen Punkt soll das Kreuz markieren!“ Diesen Standpunkt hört man noch heute in den Bergheimer Kneipen. Das Kreuz also als Markierung für das Ende der schrecklichen Fluten?
Möglich. Die genaue Intention des Kreuzes lässt sich auch heute in geschichtlichen Quellen nicht recherchieren. Allerdings konnte ich in meiner eigenen Familie herausfinden, wer das Kreuz aufgestellt hat. Meine Oma berichtete folgende Geschichte:


Das alte Bergheimer Landgut des Bauern Goeke existierte vor geraumer Zeit noch auf dem Hang, an dessen Fuß sich das Kreuz heute befindet. Bauer Goeke konsultierte damals den Vater meiner Oma, sprich meinen Urgroßvater, der sich als Schreiner im Herstellen von Holzkreuzen auskannte. Zusammen mit noch einem Helfer wurde er von Bauer Goeke mit dem Auftrag vertraut, ein derartiges Kreuz anzufertigen. In einer Nacht- und Nebelaktion stellten es die drei Männer auf und schworen sich, niemanden von der Tat zu erzählen, so dass nur das Kreuz als Symbol für diese Aktion offensichtlich war. Niemandem sollten sie erzählen, wer das Kreuz in Auftrag gegeben habe oder was es damit auf sich hatte. Im letzten Punkt war es auch gar nicht möglich, denn Bauer Goeke hatte auch den Handwerkern nicht erzählt, warum er das Kreuz aufstellen wollte. Bis heute gibt es in diesem Bezug die kuriosesten Ideen und Gerüchte. Das Geheimnis, wer es aufstellen ließ, ist jedoch hiermit erstmal gelüftet und lässt mit Sicherheit neue Spekulationen über die Intention in den Bergheimer Kneipen zu.

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