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Burg Rappelstein: Bergfried und Aussicht in Nordenau

Über der Kirche von Nordenau erhebt sich der viereckige Bergfried der Burg Rappelstein. Der massive Turm und Mauerreste markieren den früheren Burgplatz auf dem Rappelstein. Von der ausgedehnten Anlage ist vor allem der Bergfried erhalten. Wer sich mit Nordenau beschäftigt, begegnet hier zugleich der mittelalterlichen Geschichte des Ortes und einem weithin sichtbaren Bauwerk im Schmallenberger Sauerland.

Eine Höhenburg an der Heidenstraße

Der Vogt Adolf I. ließ die Burg Norderna im Jahr 1260 errichten. Die Edelherren von Grafschaft standen als Vögte im Dienst des Grafen von Arnsberg. Der Höhenrücken bot einen guten Blick auf den wichtigen Handelsweg, die Heidenstraße. Von der Burg aus ließ sich der Verkehr beobachten und kontrollieren. Am selben Ort tagte ein Femegericht, eine Form mittelalterlicher Strafjustiz. Als Sitz lokaler Herrschaft verband die Burg die Kontrolle des Handelswegs mit Gerichtsbarkeit und den politischen Interessen der Edelherren.

Im Lauf der folgenden Jahrhunderte verteilten sich Rechte und Besitz auf mehrere Herren. Nach Adolf I. lebten seine Nachfolger Kraft I. und Widekind gemeinsam auf der Burg; sie gingen unterschiedliche Bündnisse ein. Ab 1297 durften Truppen des Grafen von Arnsberg dort lagern, 1338 erhielt auch Erzbischof Walram ein entsprechendes Recht für einen Teil der Festung. Grafen von Waldeck hielten ebenfalls Burgteile. Diese wechselnden Ansprüche machten die Anlage zu einem Schauplatz regionaler Politik. Die Geschichte Schmallenbergs und seiner Ortsteile umfasst so auch die Verflechtung von Grafschaft, Arnsberg und Waldeck.

Vom Herrschaftssitz zum erhaltenen Bergfried

Die Burg bestand aus mehr als dem heute sichtbaren Turm. Westlich des Bergfrieds lag ein Tor, daneben das Haus von Kraft I. Im Jahr 1284 ergänzte Widekind eine steinerne Kemnade. Die Befestigung umfasste zwei Burgen, eine umgebende Mauer und einen tiefen Graben. Heute erzählen die verbliebenen Mauerzüge gemeinsam mit dem Turm von der früheren Ausdehnung der Befestigung.

Die Adelsfamilie verließ die Anlage 1471. Danach verfiel die Burg; über längere Zeit nutzten Einwohner Nordenaus das Gelände und die Steine als Baumaterial für Wohnhäuser und Ställe. Dadurch verschwand ein großer Teil der Bauten, während der robuste Bergfried stehen blieb. Sein heutiges Erscheinungsbild erzählt deshalb von zwei Phasen: von der einstigen befestigten Anlage und von der späteren Nutzung des Burgplatzes durch das Dorf.

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Grauwacke, Wohnräume und Aussicht

Der quadratische Bergfried auf dem Rappelstein war ein stattlicher Bau. Seine Grauwackemauern – Grauwacke ist ein quarzhaltiger Sandstein – sind etwa zweieinhalb Meter stark und auf jeder Seite zwölf Meter lang. Das Grundgeschoss war mit Steinen verfüllt; darüber lag ein Vorratsraum. Ein hochgelegener Zugang führte ins Wohngeschoss im dritten Stock, mit Kamin an der Ostwand und einem Fenster nach Norden. Aufzeichnungen erwähnen weitere Wohnetagen. So verband der Turm seine Wehrfunktion mit Wohn- und Vorratsräumen. Untersuchungen datieren das verwendete Holz auf die Zeit um 1100; der erhaltene Turm integriert damit Bauteile aus unterschiedlichen Phasen.

1967 wurde die befestigte Ruine als Aussichtsplattform hergerichtet. Die Ruine ist immer geöffnet und der Eintritt frei. Der Zugang liegt oberhalb der Kirche in Nordenaus Ortsmitte. Die Anfahrt nach Nordenau führt über die K18; Parkplätze am Ort stehen in begrenzter Zahl bereit. Von der Höhe reicht der Blick über den Ort ins Nesselbachtal und zu den Sauerlandhöhen. So wird die Lage der Burg über Dorfkern und Kirche unmittelbar erlebbar.

Nordenau im Schmallenberger Sauerland

Nordenau ist ein Ortsteil der weitläufigen Stadt Schmallenberg. Die Burg gehört zu den historischen Sehenswürdigkeiten in Schmallenberg und ergänzt den Blick auf die Stadt um ein Beispiel mittelalterlicher Herrschaft auf dem Land. Wer Schmallenberg entdeckt, kann die Geschichte der Kernstadt und die eigenständige Entwicklung seiner Dörfer zusammendenken.

Wandern und Naturerleben gehören zu den aktiven Möglichkeiten im Schmallenberger Sauerland; von Nordenau aus öffnet sich der Blick ins Nesselbachtal und auf die umgebenden Höhen.

Burg Rappelstein ist auch als Burg Nordenau und unter ihrer historischen Bezeichnung Norderna bekannt.