Wintersport im Siegerland und Wittgenstein: Skihänge und Loipen
Im Siegerland und Wittgensteiner Land verteilen sich Wintersportangebote auf mehrere Höhenlagen und Ausgangsorte. Hesselbach bei Bad Laasphe bündelt alpine Abfahrten, Übungshang und Skischule. Bei Hilchenbach-Lützel liegen Loipen und Rodelhänge rund um die Ginsberger Heide und den Giller. Die nordischen Zentren Auf der Steinert in Girkhausen und Pastorenwiese bei Wunderthausen bieten präparierte Rundstrecken in unterschiedlichen Längen; auf der Pastorenwiese gehört auch eine Skatingrunde dazu. Die Streckenprofile, Höhenlagen und Einstiegspunkte helfen, ein passendes Ziel zu wählen.
Cross Country slkiing
Foto: Stefan Schweihofer auf Pixabay
Hesselbacher Gletscher: alpine Hänge und Übungsbereich
Der Hesselbacher Gletscher liegt im Ortsteil Hesselbach der Stadt Bad Laasphe. Sein scherzhafter Name geht auf frühe Versuche der Beschneiung zurück: Bei zu hohem Wasserdurchsatz entstand zunächst Eis statt Schnee. Heute beschreibt der Touristikverband ein kleines Gebiet mit Beschneiungsanlage und Pistenpräparierung durch einen Pistenbully.
Zwei verbundene Hänge sind etwa 400 und 500 Meter lang und überwinden jeweils rund 100 Höhenmeter. Ein Ankerschlepplift bedient beide Abschnitte. Der obere Hang ist steiler; der untere wird als für Einsteiger geeignet beschrieben. Flutlicht ergänzt das Angebot an beiden Hängen. Auf dem Übungshang erleichtert ein Förderband den Aufstieg. Die örtliche Skischule bietet Unterricht nach vorheriger Anmeldung an; die bewirtschaftete Skihütte umfasst laut Touristikverband rund 70 Sitzplätze. Damit liegen Abfahrt, Üben, Unterricht und Einkehr in einem kompakten Gebiet zusammen.
Die Zufahrt führt mit dem Auto über Bad Laasphe nach Hesselbach; am Skigebiet stehen kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Als Kontaktadresse ist Hesselbacher Straße 18a, 57334 Bad Laasphe angegeben. Lift- und Pistenbetrieb sind saisonale Angebote und hängen von der Witterung ab.
Ginsberger Heide und Giller: Loipen und Rodeln bei Lützel
Lützel ist Hilchenbachs höchstgelegener Stadtteil und liegt auf dem Kamm des Rothaargebirges. Der 653 Meter hohe Giller prägt die Umgebung. In den Naturschutzgebieten Giller und Hohlsterzenbach prägen totholzreiche Laub- und Nadelwaldbestände, ein nordexponierter Schluchtwald und teils hochmoorartige Feuchtgebiete die Landschaft; die Flächen umfassen auch Brutbiotope seltener Vogelarten. Im Winter ergänzen Wintersportanlagen diese Landschaft: Die Stadt Hilchenbach nennt saisonal verfügbare Lifte, einen Abfahrtshang, gespurte Loipen, eine Rodelbahn sowie eine Ski- und Snowboardschule.
Der Skiverein Lützel weist für den Stand vom 4. Januar 2026 vier Loipen aus: eine 1,5 Kilometer lange Panoramarunde, eine zwei Kilometer lange Anfängerstrecke, eine fünf Kilometer lange Loipe mit moderaten Steigungen und eine anspruchsvolle 7,5-Kilometer-Strecke. Das Profil macht die Auswahl zwischen kurzer Runde, Einstieg und längerer Strecke am Rothaargebirgskamm konkret. Unterhalb des Gillerbergturms verläuft eine etwa 250 Meter lange, anspruchsvolle und kostenlose Rodelbahn; der ausgeschilderte Weg führt zum unbeleuchteten Hang. Hinter der Skihütte liegt zusätzlich eine Kinderrodelbahn. Die Tourismusinformation Hilchenbach nennt außerdem den Einstieg zur Dreiherrnsteinloipe am Wanderparkplatz Oberndorfer Höhe.
Der Gillerturm steht auf dem Giller; seine Aussichtsplattform liegt 15 Meter hoch. Der Stahlturm wurde 1892 errichtet, 1990 in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen und zuletzt 2014 renoviert. Die Naturschutzgebiete und die Loipen liegen im selben Nahbereich, sodass sich Winteraktivitäten und ein Aufenthalt im Waldgebiet verbinden lassen. Im Sommer führen Wander- und Radwege durch die Ginsberger Heide; der Wintersport-Schwerpunkt ergänzt diese saisonale Freizeitlandschaft um Langlauf, Rodeln und – bei passender Witterung – Abfahrtsmöglichkeiten. Ein gut ausgeschildertes Wanderwegenetz verläuft über Hilchenbach, Erndtebrück und Netphen; ein Audiowanderweg rund um die Ginsburg ergänzt die Wege mit Informationen zur Region. Am Bahnhof Lützel beginnen Radwege in mehrere Richtungen. Zur Ginsberger Heide gehören außerdem ein Waldspielplatz mit Schutzhütte und Grillmöglichkeit, eine kostenfrei nutzbare Köhlerhütte mit Grillplatz sowie eine Rangerstation für Veranstaltungen. Die historische Eisenstraße verläuft über rund 16 Kilometer zwischen Lützel und Hainchen durch das Quellgebiet von Sieg, Eder und Lahn.
Auf der Steinert: vier Rundloipen und zwei Einstiege
Das DSV-Nordic-Aktiv-Zentrum Auf der Steinert wird vom Ski-Club Girkhausen betreut. Die maschinell gespurten Rundloipen liegen auf etwa 660 bis 720 Metern Höhe und sind mit 2,5, 3,5, 5 und 7 Kilometern ausgewiesen. Diese Abstufung lässt sich für die Planung nutzen: Wer eine kürzere Runde bevorzugt, kann die 2,5-Kilometer-Variante wählen; längere Strecken führen über fünf oder sieben Kilometer. Hinweisschilder zu Steigung und Gefälle orientieren sich an der Norm des Deutschen Skiverbands.
Für den Einstieg gibt es zwei bezeichnete Bereiche: oberhalb der Skihütte und am Parkplatz Albrechtsplatz. Am Albrechtsplatz hält auch ein Bus. Die Angaben nennen 120 Stellplätze an der Hütte und 100 am Albrechtsplatz; die Adresse der Skihütte lautet Im Ermelsbach 28, 57319 Bad Berleburg. Das Tourismusportal nennt außerdem einen Skiverleih an der Hütte. Eine konkrete, kurze Tour ist die Scheffelloipe: Die leichte Runde misst rund 3,35 Kilometer, beginnt und endet an der Skihütte und überwindet 42 Höhenmeter. Ihre Einstufung als leichte Runde macht das Streckenprofil nachvollziehbar, während die vier ausgewiesenen Loipenlängen weitere Varianten auf dem Gelände eröffnen.
Pastorenwiese: klassische Loipen, Skating und Ziegenhelle
Das Langlaufzentrum Pastorenwiese liegt zwischen Wunderthausen und Hallenberg. Die Höhenlage reicht von etwa 700 bis 816 Metern. Für den klassischen Stil sind Strecken von 3,1, 4,1 und 8,7 Kilometern beschrieben; hinzu kommt eine 3,3 Kilometer lange Skatingrunde. Die Loipen werden maschinell präpariert und sind mit DSV-Beschilderung versehen. Bei geeigneter Schneelage werden die Strecken gespurt und die Skihütte geöffnet. Die Anlage bildet damit einen klaren Ausgangspunkt für verschiedene Langlaufvarianten, vom kürzeren klassischen Kurs bis zur längsten Runde und zum Skating-Angebot.
Eine eigenständige Tour ab der Skihütte ist die Ziegenhellenloipe. Sie ist als schwere, 8,71 Kilometer lange Runde mit Start und Ziel an der Pastorenwiese ausgewiesen. Der Verlauf führt über die 816 Meter hohe Ziegenhelle und am Aussichtsturm vorbei; die Tourenbeschreibung nennt 204 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Von der Ziegenhelle bestehen Anschlüsse an das Loipengebiet Züschen und an die Skitour nach Mollseifen. Wer eine längere Wanderung plant, findet mit dem etwa zehn Kilometer langen Ziegenhellenhöhenweg eine weitere Runde, die ebenfalls am Aussichtsturm vorbeiführt und zur Skihütte zurückkehrt. Beide Routen nutzen denselben Ausgangspunkt, unterscheiden sich aber deutlich in Länge und ausgewiesenem Anspruch. An der Pastorenwiese gibt es kostenfreie Parkplätze; Gruppen werden in der Hütte nach Voranmeldung bewirtet. Loipentickets sind an der Skihütte sowie in den Tourist-Informationen Bad Berleburg und Hallenberg erhältlich. Für Kinder ist dort im Sommer außerdem eine rund 4,7 Kilometer lange Rundwanderung ausgewiesen.
Weitere regionale Ziele bündelt die Übersicht der Wintersportgebiete im Sauerland; ergänzende Seiten behandeln Skilanglauf, Rodeln und Winterwandern. Für aktuelle Schnee- und Liftmeldungen bietet der Live-Überblick der Wintersport-Arena den regionalen Einstieg.