Geschichte von Warstein

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Warstein im Sauerland kann auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Die Stadt im Arnsberger Wald war seit Urzeiten ein Anlaufpunkt unterschiedlicher Kulturen und ist wohl eines der ältesten, nachweisbaren Siedlungsgebiete im Sauerland.


Als die Bielsteinhöhle im September 1887 entdeckt wurde, stieß man nach und nach auf Funde, die belegen, dass die Höhle in früheren Zeiten schon Menschen als Unterschlupf diente. Neben Knochen von Höhlenlöwen und Rentieren fand man auch menschliche Überreste aus unterschiedlichsten Epochen. Angefangen in der Eiszeit wurde die Höhle immer wieder von Menschen genutzt, die im Raum des heutigen Warsteins lebten und jagden. Ebenfalls kann man die Besiedlungs- und Nutzungsmöglichkeiten im Arnsberger Wald heute gut anhand von Waffenfunden belegen.


Um 1200 wurde „Warsten“ erstmal urkundlich erwähnt. Zwar gibt es bereits Eintragungen aus dem Jahr 1072, welche sich allerdings als Fälschungen herausgestellt haben. Die ursprüngliche Siedlung Warstein befand sich damals im Gebiet des heutigen Altenwarstein. Die heutige Warsteiner Alstadt ist somit später entstanden. Die Altenwarsteiner Siedlung muss bereits seit ihrer Gründungszeit vom nahegelegen Eisenerzvorkommen profitiert haben. Bis vor einigen Jahren war die „Grube David“ als Abbaustandort sogar noch aktiv, was den Reichtum dieses Vorkommens unterstreicht.


Gemeinsam mit der Nachbarstadt Belecke erhielt Warstein im Jahr 1296 die Stadtrechte. Einige Jahre darauf wurde der Stadtberg bebaut. Die Errichtung einer Eisenhütte auf der anderen Talseite lässt darauf schließen, dass ein industrieller Nutzen die Stadtgründung beschleunigte. Der Stadtberg nahm somit eine wachende Position über die Eisenhütte ein. Durch den großen Holzbestand des Arnsberger Waldes und die reichen Eisenerzvorkommen war Warstein im Mittelalter ein gefragter Rohstofflieferant und gewann schnell an Wohlstand. Der Handel wurde ebenfalls durch eine Mietgliedschaft in der Hanse begünstigt.
Vor knapp 200 Jahren siedelten sich auch viele produzierende Industriezweige in Warstein an und profitierten von der Nähe zu den Rohstoffquellen im Sauerland. So entstand neben zahlreichen Basislagerstätten auch ein Hammerwerk im heutigen Stadtgebiet.


Lange blieb das Städtchen im Arnsberger Wald von den Querelen der politischen Auseinandersetzungen verschont.


Vermutlich angespornt von der französischen Revolution kam es gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einer Art Bürgerkrieg in Warstein. Der sogenannte Warsteiner „Patriotenkrieg“ war eine Auseinandersetzung zweier Parteien der Stadt. Die führenden Bürger, genannt „Prinzen“ standen den „Patrioten“ gegenüber.


1802 fiel Warstein den Flammen eines Stadtbrandes zum Opfer. Man musste die Stadt vom Stadtberg an die Wäster, dem Fluss im Tal verlegen.


Mitte des 19. Jahrhunderts litt Warstein unter dem Aufstieg des Ruhrgebietes und hatte mit einem starken Bevölkerungsabgang zu kämpfen. Durch spezielle Produktionsstätten konnte man jedoch den totalen Niedergang der Region verhindern. Das Warstein eine Arbeiterstadt war, kam mit der Revolution 1844 deutlich zum tragen. Im Kaiserreich wurde hier eine der stärksten Arbeiterbewegungen im Sauerland gegründet.

Im Rahmen der Gebietsreform im Jahr 1975 wurde das Sauerländer Städtchen dem Kreis Soest zugegliedert. Zuvor gehörte Warstein noch zu Arnsberg.

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