Willingen und seine Upland-Ortsteile
Die Gemeinde Willingen besteht aus neun ehemals eigenständigen Orten, die 1974 zur Gemeinde Willingen (Upland) zusammengeführt wurden. Der Kernort ist Verwaltungssitz und bekannt für die Mühlenkopfschanze; die anderen Ortsteile haben jeweils ein eigenes Ortsbild. Willingen ist zugleich eine weitläufige Gemeinde mit Höhen, Tälern und ländlichen Siedlungen.
Dorf in Willingen
Foto: Artur Tomin auf Pixabay
Upland, Höhenlagen und Ortsteile
Der Zusatz „Upland“ wird mit Oberland oder Hochland erklärt. Rund um Willingen ragen mehrere Berge über 800 Meter auf; Hegeberg und Langenberg erreichen jeweils 843 Meter. Das Gelände prägt, wie die Ortsteile und Wege zueinanderliegen: Höhenzüge und Täler wechseln sich ab und ergeben einen anderen Eindruck als eine geschlossene Stadtlandschaft.
Willingen und die Mühlenkopfschanze
Die Mühlenkopfschanze ist Austragungsort des FIS Skisprung-Weltcups und ganzjährig für Besucher geöffnet. Als größte Großschanze der Welt verbindet sie den Skisprungsport mit einem Aussichtspunkt: Vom 25 Meter hohen Schanzenturm reicht der Blick über das Stadion und die Hanglage. Geführte Besichtigungen der Weltcup-Anlage dauern 90 Minuten und finden dienstags und freitags um 14 Uhr statt; Gruppen ab 15 Personen können Sondertermine vereinbaren.
Die neun Orte im Upland
Zur Gemeinde gehören Willingen, Usseln, Schwalefeld, Eimelrod, Rattlar, Bömighausen, Neerdar, Hemmighausen und Welleringhausen. Das ist für die Orientierung wichtig: „Willingen“ kann den Kernort oder die Gesamtgemeinde meinen. Usseln und Eimelrod sind eigene Ortsteile außerhalb des Kerns rund um die Schanze. Rattlar liegt am Upländer Besinnungsweg, der Willingen, Schwalefeld, Rattlar und Usseln verbindet; nahe dem Ort steht auf dem 738 Meter hohen Dommel ein Aussichtsturm. In Bömighausen liegen der Kleinsee und ein Campingplatz direkt am Ufer.
Schwalefeld liegt im Aartal und besitzt mit der Schwalenburg eine Ringwallanlage. In der Ortsmitte liegen die Pilgerkirche, eine Gäste-Information und ein Kurplatz mit Musikpavillon; im Sommer finden dort Konzerte und Ortsfeste statt. Hemmighausen ist landwirtschaftlich geprägt und liegt im Diemeltal; der Uplandsteig verläuft durch den Ort.
Eimelrod verbindet Dorfpark und Tretbecken mit einem konkreten Wanderziel: Die 7,5 Kilometer lange Eimelroder Goldspur führt am historischen Stollen Heinrich vorbei. Der Weg verknüpft die Landschaft mit der regionalen Bergbaugeschichte. Usseln besitzt mit dem Upländer Milchmuhseum ein konkretes Besuchsziel zur Orts- und Wirtschaftsgeschichte. Die Ausstellung zeigt historische Molkereigeräte, Milchgefäße aus Afrika; an 21 Audioguide-Stationen geht es auch um die Geschichte der heutigen Upländer Bauernmolkerei und moderne Milchverarbeitung.
Neerdar liegt zwischen Willingen und Korbach. Die spätromanische Kirche St. Pankratius prägt den Ortskern; am Meilerplatz werden in regelmäßigen Abständen traditionelle Holzkohlenmeiler aufgebaut und bei Vorführungen erklärt. Eine Kneippanlage ergänzt Wanderungen durch die umliegenden Hügel.
Welleringhausen bietet einen anderen Schwerpunkt: Der Vulkanpfad ist ein 6,76 Kilometer langer Rundweg ab Feuerwehrgerätehaus am Zum Sonnenberg. Sechs Stationen erklären geologische und botanische Besonderheiten sowie die Ortsgeschichte; die Route passiert Grotenberg und Sonnenberg, berührt den Uplandsteig und führt zurück zum Start. Eine romanische Abrahamskirche gehört zu den Stationen des kleinen Ortskerns.
Uplandsteig und Usseln
Der Uplandsteig ist 66 Kilometer lang und überwindet insgesamt rund 1.500 Höhenmeter; auf den ersten 15 Kilometern beträgt der Höhenunterschied rund 450 Meter. Der markierte Qualitätswanderweg führt über naturbelassene Wege vorbei an Moorwiesen, Hängen, Seeufern, Wiesen und Äckern sowie durch Laub-, Tannen- und Mischwald. Ein weißes U auf schwarzem Grund markiert die Route, Kilometerangaben stehen in Wanderkarte und am Weg. Mehr als 40 Aussichtspunkte und Naturdenkmäler liegen entlang des Steigs.
In Usseln entspringt die Diemel auf 660 Metern Höhe; nach 15 Kilometern erreicht sie den Diemelsee und fließt anschließend weiter zur Weser. An der Quelle gibt es ein Wassertretbecken und einen Wanderparkplatz. Dieser eignet sich als Ausgangspunkt für Wege zum Kahlen Pön, zum Ettelsberg oder in Richtung Strycktal und Mühlenkopfschanze. Der Diemelradweg begleitet den Fluss bis Bad Karlshafen und verbindet den Usselner Quellbereich mit einer längeren Radroute.
Die Gemeindeübersicht, die Geschichte Willingens und die Sehenswürdigkeiten führen zu weiteren Ortsthemen. Der Naturpark Diemelsee ordnet Quell- und Vulkanlandschaft in den größeren Naturraum ein.