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Bilsteinhöhle in Warstein: Geologie, Funde und Besuch

Die Bilsteinhöhle bei Warstein ist eine Tropfsteinhöhle im Karst des Warsteiner Massenkalks. Bei einer Führung erleben Sie Tropfsteinformen und die große Halle. Unterhalb des Besucherbereichs fließt ein aktiver Höhlenbach durch eine tiefer liegende Etage und formt dort den Fels weiter. Der Höhlenbesuch verbindet so einen Rundgang durch die Tropfsteinwelt mit Einblicken in Erdgeschichte und Vorgeschichte. Die besichtigte Strecke umfasst einen Teil des verzweigten Höhlensystems; feste Schuhe und eine warme Schicht passen zu den Bedingungen im Höhleninneren.

Ein Höhlensystem im Warsteiner Massenkalk

Der Warsteiner Massenkalk entstand im Mittel- und Oberdevon. Die Warsteiner Hochfläche gehört zu den sauerländischen Karstgebieten, die an solche Kalkvorkommen gebunden sind. Klüfte und Störungen gliedern das Gestein. Regenwasser sickert in die Risse ein und löst über lange Zeit Kalk; so weiten sich Hohlräume zu Spalten und Höhlengängen. An der Oberfläche entstehen unter anderem Dolinen und Karstquellen. In den Kalken finden sich zahlreiche Höhlen, Trockentäler und Dolinen.

Die Bilsteinhöhle ist Teil eines etwa 1.850 Meter langen Systems. Rund 400 Meter davon sind als Schauhöhle erschlossen. In der unteren Etage fließt ein aktiver Höhlenbach, der den Fels weiter auswäscht. Die tiefer liegenden Bereiche stehen monatelang unter Wasser und liegen nur in trockenen Sommern oberhalb des Grundwasserspiegels. Der Bach prägt das Höhlensystem auch heute weiter.

Im Schauhöhlenbereich sehen Sie Tropfsteine und andere Sinterformen, die aus kalkhaltigem Wasser entstehen. Wenn Wasser an der Decke Kalk ablagert, kann dort ein Stalaktit wachsen; vom Boden steigt ein Stalagmit empor. Beide Formen bilden sich langsam. An manchen Stellen können sie zusammenwachsen und eine Säule bilden. Tropfsteine und Sinter zeigen, wie Wasser im Lauf langer Zeit auch oberhalb der wasserführenden Etage neue Formen schafft. Der Rundgang folgt markierten Wegen zwischen den empfindlichen Formen.

Spuren aus Vorgeschichte und Erdgeschichte

Aus der Bilsteinhöhle und weiteren sauerländischen Höhlen sind Funde aus dem Magdalénien bekannt. Diese spätpaläolithischen Funde gehören in die Zeit nach ungefähr 15.000 v. Chr. Die Funde verbinden die Höhlenlandschaft bei Warstein mit einer frühen Phase menschlicher Anwesenheit in der Region.

Ein Griffzungendolch aus der Bilsteinhöhle wird auf etwa 4.300 bis 4.500 Jahre datiert. Er gehört in die Glockenbecherzeit am Übergang von der Stein- zur Bronzezeit. Eine originalgetreue Nachbildung des Dolches ist in der Ausstellung BilstEinblicke in der Alten Jugendherberge zu sehen. So lässt sich der Höhlenbesuch mit einem konkreten Fundstück und seiner Geschichte verbinden. Da vergleichbare Dolche häufig aus Gräbern stammen, gilt ein Bestattungszusammenhang als plausible Deutung. Dolch und Magdalénien-Funde stehen für weit auseinanderliegende Abschnitte der Vorgeschichte.

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Führung, Wege und Ausrüstung

Die Schauhöhle ist im Rahmen einer Führung zugänglich. Die Standardtour dauert ungefähr 30 Minuten. Ihre Startzeiten richten sich nach dem Besucheraufkommen und liegen regulär höchstens 45 Minuten auseinander. Tickets und Auskunft zur nächsten Führung gibt es im Besucherzentrum in der Alten Jugendherberge. Gruppen ab zehn Personen melden sich vorab beim Betreiber an. Für Interessierte wird nach Anmeldung und Absprache eine ausführlichere Tour von ungefähr 60 Minuten angeboten.

Der Rundgang führt über ausgebaute Wege und Treppen mit Geländern, durch schmale Gänge und über gut 100 Stufen auf mehrere Treppen verteilt. Diese engen Passagen und Treppen machen den Rundgang für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen ungeeignet. Festes Schuhwerk erleichtert den Gang über Stufen und Höhlenboden. In der Höhle herrschen ganzjährig etwa 8 bis 9 Grad Celsius. Auch an warmen Sommertagen hält eine Jacke oder ein Pullover angenehm warm.

Die Höhlenkasse und der Bilsteinladen befinden sich in der Alten Jugendherberge, etwa 200 Meter Fußweg von den Parkplätzen P1 und P2 entfernt. Für diesen Weg kommt Zeit zur Führungsdauer hinzu. Die Gruppe geht den Rundgang gemeinsam auf der festgelegten Route.

Bilsteintal und Warstein verbinden

Die Höhle liegt im Bilsteintal zwischen Warstein und Hirschberg im Naturpark Arnsberger Wald. Der Wildpark und die Waldwege ergänzen den geführten Höhlenrundgang um einen Aufenthalt im Tal. Der Wildpark Warstein und die Bilsteinhöhle lassen sich als Ziele im selben Ausflugsgebiet miteinander verbinden.

Das Bilsteintal gehört zum Naturpark Arnsberger Wald. Die Höhle liegt im Stadtgebiet von Warstein, zwischen der Stadt und Hirschberg. Für weitere örtliche Ziele und die Stadtteile bietet Warstein entdecken ergänzende Orientierung. So lässt sich der Höhlenbesuch mit Orten und Landschaften im Stadtgebiet verbinden.

Die Bilsteinhöhle ist Schauhöhle, Fundort und Teil eines wassergeprägten Karstsystems. Andere Höhlen des Sauerlands unterscheiden sich nach Gestein, Nutzung und Besuchsform. Einen regionalen Vergleich und weitere Ziele bietet der Überblick über die Höhlen im Sauerland.