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Rüdenburg auf dem Römberg bei Arnsberg

Die Rüdenburg liegt auf dem Römberg und ist die ältere der beiden mittelalterlichen Burgen, die mit Arnsbergs Anfängen verbunden sind. Sie wird auch Alte Grafenburg oder Alte Burg genannt. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts entstand sie unter Graf Bernhard II. von Werl; um 1100 ließ sein Sohn Friedrich der Streitbare auf dem gegenüberliegenden Adlerberg eine zweite Burg errichten. Diese spätere Burg wurde zum Ausgangspunkt der Stadtentwicklung und ist nicht mit der Rüdenburg gleichzusetzen.

Die ältere Burg und die neue Grafenburg

Die Lage beider Anlagen erklärt ihren unterschiedlichen Platz in der Geschichte Arnsbergs. Die Rüdenburg stand auf dem Römberg, während die jüngere Burg auf dem Adlerberg lag. Im Schutz der neuen Burg siedelten sich wenige Jahre später Familien an; daraus entwickelte sich die mittelalterliche Stadt. Die Rüdenburg blieb zunächst in den Händen einer Nebenlinie der Grafenfamilie, der Edelherren von Rüdenberg. Langfristig ließ sich der ältere Sitz jedoch nicht halten. Im 14. Jahrhundert verfiel die Anlage.

Die Namen helfen, zwei leicht verwechselbare Ziele auseinanderzuhalten: Rüdenburg und Römberg gehören zusammen; Schlossruine und Schlossberg bezeichnen die andere Burgstelle. Beide Anlagen liegen auf benachbarten Höhen über der Ruhr und prägen Arnsbergs historische Silhouette. Wer die jüngere Residenzruine sucht, findet sie auf dem Schlossberg. Der Römberg dagegen führt zu den Spuren der älteren Burg, die dem späteren städtischen und kurfürstlichen Zentrum vorausging.

Was vom Grundriss ablesbar ist

Obwohl die Burg im Mittelalter zerfiel, lässt sich ihr Grundriss im Gelände noch erkennen. Die ummauerte Anlage umfasste etwa 0,42 Hektar; ihre Ringmauer war rund 300 Meter lang. Eine Quermauer teilte das Innere später in zwei Bereiche. Hinter dem Burgtor lag eine Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden und einem Gebäude, das vermutlich als Kapelle diente. Diese Einteilung macht verständlich, wie auf einer Höhenburg Wohn-, Wirtschafts- und Verteidigungsbereiche zusammenwirkten.

In der Hauptburg werden Spuren eines älteren Wohnbaus an der Ringmauer und eines späteren Gebäudes im Innenbereich beschrieben. Hinzu kamen eine Schmiede, eine Eisenschmelze und eine Zisterne. Die Anlage veränderte sich in mehreren Bauphasen: Ein östlicher Turm verschwand, ehe eine spätere Quermauer den Hof neu gliederte und sogar einen Teil der Kapelle durchschnitt. Solche Veränderungen zeigen, dass eine Burg über Generationen an neue Bedürfnisse angepasst wurde. Die sichtbaren Reste bewahren darum ein archäologisch lesbares Nebeneinander verschiedener Bauzustände.

Heute sind vor allem im Bereich der Vorburg Mauerreste teilweise wiederhergestellt; sichtbar sind außerdem untere Bereiche des großen Turms und des jüngeren Wohngebäudes. Die erhaltenen Fundamentzüge veranschaulichen die früheren Wohn- und Verteidigungsbereiche auf dem Bergplateau. Der Reiz der Rüdenburg liegt daher im Zusammenspiel von Geländeform, erhaltenen Fundamenten und rekonstruierbarem Grundriss. Bei einem Rundgang stehen die Grundmauern und Geländespuren als Zeugnisse der früheren Anlage im Mittelpunkt.

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Römberg, Kreuzkapelle und die Sage von der Ledernen Brücke

Die Rüdenburg gehört zu einem historischen Raum, der über die Burgreste hinausreicht. Auf dem Römberg befinden sich auch die Kreuzkapelle und ein Kreuzweg aus dem 19. Jahrhundert. Arnsbergs Stadtführungen verbinden die Alte Burg mit dem Schlossberg und weiteren Mauern und Türmen. Eine bekannte Erzählung ist die „Lederne Brücke“, die das Schloss mit der Rüdenburg verbunden haben soll. Die Erzählung gehört zur örtlichen Sagenwelt und verbindet die beiden Burgberge in der Überlieferung.

Zur frühen Geschichte von Arnsberg gehören damit zwei Burgberge mit unterschiedlichen Aufgaben. Unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt verbinden sich ihre Ruinen mit jüngeren Bauwerken der Altstadt. Wer Arnsberg erkundet, kann die Stadtentwicklung vom Grafensitz zur kurfürstlichen Residenz auch räumlich nachvollziehen. Das heutige Arnsberg reicht weit über diese historischen Kerne hinaus. Für eine längere Wanderung durch die Flusslandschaft bildet der Ruhrhöhenweg einen anderen Schwerpunkt als der Rundgang über die Burgstelle.

Ein Schlüssel zu Arnsbergs Frühgeschichte

Die Rüdenburg markiert eine frühere Phase der Grafenherrschaft und hilft, die räumliche Entstehung Arnsbergs nachzuvollziehen: zuerst die ältere Burg auf dem Römberg, danach die neue Burg Friedrichs und die Ansiedlung auf dem Adlerberg. Auch ohne erhaltene Dächer oder vollständige Mauerringe erzählt der Grundriss von der Organisation einer mittelalterlichen Anlage. Zusammen mit der jüngeren Schlossruine wird sichtbar, wie sich der Schwerpunkt der Herrschaft und schließlich die Stadt selbst verlagerten.