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Grafschaft Mark und Arnsberg: Herrschaften im Sauerland

Die Grafschaft Mark und die Grafschaft Arnsberg waren benachbarte, eigenständige Herrschaften. Die Mark lag mit ihrem Kern südlich der Ruhr im westlichen Gebirgsland; Arnsberg entwickelte sich als eigenes Herrschaftszentrum an der oberen Ruhr im nordöstlichen Sauerland. Beide Territorien hatten unterschiedliche Ursprünge und politische Wege. Das historische Sauerland war kein einheitliches Land mit einer gemeinsamen mittelalterlichen Grenze.

Von Altena zur Grafschaft Mark

Die Grafen von Altena gingen aus einer Teilung des Hauses Berg im 12. Jahrhundert hervor. Aus ihr entwickelten sich eine isenbergische Linie und die Linie Altena-Mark. Adolf I. erwarb die Burg Mark bei Hamm und führte 1202 den Namen „de Marke“; seit 1225 wurde Mark zur Bezeichnung des Herrschaftsgebiets. Das politische Zentrum lag damit nicht im Gebirge, sondern weiter nördlich bei Hamm.

Der südliche Teil der Grafschaft reichte in die Täler von Ennepe, Volme und Lenne. Dort lagen Orte und Burgen, deren Geschichte eng mit den Grafen von der Mark verbunden war. Der Begriff Märkisches Sauerland bezeichnet diesen westlichen Gebirgsraum, nicht die gesamte Grafschaft und erst recht nicht das ganze Sauerland. Nördlich der Ruhr schloss sich die Hellwegzone mit anderen Landschafts- und Siedlungsbedingungen an. Eine Karte der Grafschaft aus dem Jahr 1791 unterschied den fruchtbaren Hellweg ausdrücklich vom „südlichen, durchaus gebirgigen“ Sauerland. Altenas Geschichte veranschaulicht die Verbindung eines Ortes zur märkischen Herrschaft; der viel spätere Drahthandelsweg gehört dagegen in die Handelsgeschichte der Neuzeit.

Arnsberg an der oberen Ruhr

Die Grafschaft Arnsberg ging aus älterem Besitz der Grafen von Werl hervor. Im späten 11. Jahrhundert konzentrierte sich dieser Besitz auf das nördliche Sauerland. Die um 1060 errichtete Burg auf dem Arnsberg über der oberen Ruhr gab dem Geschlecht und dem Land seinen Namen. Burg und Stadt bildeten den Mittelpunkt einer eigenständigen Grafschaft, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu kurkölnischen Gebieten lag.

Der Kölner Erzbischof war ein konkurrierender Territorialherr. 1102 musste Graf Friedrich der Streitbare die Hälfte seiner Grafschaft an Köln abtreten; weitere Besitzungen im Bistum Paderborn gingen später verloren. Im 14. Jahrhundert verschärften sich die Konflikte mit der Grafschaft Mark. 1366 griff Graf Engelbert III. von der Mark an; dabei wurde auch Arnsberg in Brand gesetzt. Nach einem Friedensschluss 1367 und dem Tod des vorgesehenen Erben Christian von Oldenburg kam es zum Verkauf an Köln.

Am 25. August 1368 übertrug der erbenlose Graf Gottfried IV. seine Grafschaft in einem Vertrag an Kuno von Falkenstein, den Administrator des Kölner Erzstifts. Die Grafschaft ging im Herzogtum Westfalen auf; Arnsberg wurde dessen Hauptstadt. Die Schlossruine Arnsberg verweist auf den früheren Sitz der Grafen und den späteren politischen Mittelpunkt des Herzogtums. Die Arnsberger Stadtgeschichte reicht vom gräflichen Sitz bis in die kurkölnische Zeit.

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Unterschiedliche Grenzverschiebungen

Die Mark und Arnsberg gingen nicht gemeinsam in ein einheitliches Herzogtum über. Arnsberg wurde 1368 kurkölnisch; die Grafschaft Mark blieb davon getrennt. Nach weiteren Erbfolgen wurde sie 1461 mit Kleve verbunden und als klevisches Nebenland weitergeführt. Im Westen prägten somit die Grafen von der Mark die Herrschaft, während im Nordosten die Arnsberger Grafen zunächst selbstständig blieben und anschließend in Kurkölns Herzogtum Westfalen aufgingen.

Auch die Soester Fehde zeigt, warum genaue Namen und Zeitpunkte wichtig sind. Im Konflikt von 1444 bis 1449 setzte sich Soest gegen den Kölner Erzbischof durch und kam an Kleve. Die Änderung stärkte den klevischen Einfluss in der Region, ohne aus der Mark und der Grafschaft Arnsberg eine gemeinsame Herrschaft zu machen. Lüdenscheids Geschichte und die Geschichte Attendorns zeigen, wie verschiedene Orte in märkische oder kurkölnische Zusammenhänge eingebunden waren.

Weiter östlich lag das kurkölnische Herzogtum Westfalen, das weite Teile des östlichen Sauerlands und nördlich angrenzende Gebiete am Hellweg umfasste. Arnsberg wurde Teil dieses Herrschaftsraums, die Mark nicht. Beide Namen stehen für unterschiedliche Herrschaften: die Mark mit ihrem südlich der Ruhr gelegenen westlichen Gebirgskern und Arnsberg als Grafschaft an der oberen Ruhr, die 1368 ihre Selbstständigkeit verlor. Der heutige Begriff Sauerland umfasst mehr als diese beiden mittelalterlichen Herrschaften.